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Das in der Reihe „Wahrnehmungsgeographische Studien“ von Ingo Mose (Universität Oldenburg) und Norbert Weixlbaumer (Universität Wien) herausgegebene Buch GEOGRAPHIEN DES ESSENS, beleuchtet die Rolle von Schutzgebieten wie Nationalparks, Biosphärenparks, Naturparks und Welterbestätten als Förderer eines „besseren Essens“ und diskutiert, wie regionale kulinarische Produkte zu Instrumenten der Regionalentwicklung und zu „Botschaftern“ des Gebietsschutzes werden können.


Zu diesem Buch haben auch Mitglieder des Österreichischen Nationalkomitees für das UNESCO-Programm „Man and the Biosphere“, das die heimischen Biosphärenparks betreut, signifikant beigetragen. Neben Herausgeber Norbert Weixlbaumer ist auch Marianne Penker, Professorin für Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung an der BOKU Wien, mit einem Beitrag vertreten. Günter Köck hat das Kapitel „Vielfalt genießen – Die österreichischen Biosphärenparks als Modellregionen für regionalen Genuss“ beigesteuert. Darüber hinaus beleuchten die ehemalige Managerin des Biosphärenparks Großes Walsertal, Christine Klenovec, und Peter Rumpolt (Institut für Stadt- und Regionalforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften) ein Leitprodukt des Biosphärenparks Großes Walsertal, nämlich den Bergkäse, in Bezug auf Perzeption und Praxis.

 

Das Buch ist eine Empfehlung für interessierte "Besser-Esserinnen und -Esser", die Wert auf regionalen Genuss legen!

 

Geographien des Essens - Perzeption und Rezeption von Schutzgebieten im Spiegel kulinarischer regionaler Produkte. 2019. Herausgegeben von Ingo Mose und Norbert Weixlbaumer, BIS-Verlag der Universität Oldenburg, ISBN: 978-3-8142-2366-7, 234 Seiten

 

Geographien des Essens Cover

Beiträge:


Norbert Weixlbaumer und Ingo Mose: Geographien des Essens im Kontext von Schutzgebieten und regionalen kulinarischen Produkten


Marelli Asamer-Handler und Franz Handler: Kulinarische regionale Produkte in europäischen Naturparken - ein Überblick


Andreas Voth: Kulinarische Produkte im Schutzgebietsnetz Andalusiens


Norbert Weixlbaumer: Die Europäische Auster - Ingredienz einer Nordic Food Culture im Spannungsfeld von Schutz und Nutzen


Lea Ketterer Bonnelame, Florian Knaus und Dominik Siegrist: Der Biosphäreneffekt von regionalen Label Produkten in der UNESCO Biosphäre Entlebuch


Günter Köck: Vielfalt genießen - Die österreichischen Biosphärenparks als Modellregionen für regionalen Genuss


Katharina Gugerell, Pia Regina Kieninger und Marianne Penker: Koevolution von Kulinarik und Landschaft in der UNESCO­ Welterbestätte Wachau

 

Peter Alexander Rumpolt und Christine Klenovec: Bergkäse aus dem Biosphärenpark Großes Walsertal - ein berglandwirtschaftliches Regionalprodukt in Perzeption und Praxis

 

 

 

Vom 23. - 25. Oktober 2019 fand in Škocjan (Slowenien) ein UNESCO Experten-Meeting zum Thema "Linkage between academic institutions and biosphere reserves: application of traditional knowledge and aiming to sustainable coexistance of man and nature in modern times" statt.

Die Höhlen von Škocjan wurden 1986 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt und 1999 als erstes unterirdisches Feuchtbiotop der Welt in die Liste der international bedeutenden Feuchtgebiete der Ramsar-Konvention aufgenommen. Seit 2004 ist das Gebiet auch UNESCO-Biosphärenpark. 

Auf der anlässlich des 15-jährigen Bestehens des Karst-Biosphärenparks organisierten Konferenz wurden Möglichkeiten und Maßnahmen zur Intensivierung der wissenschaftlichen Forschung in Biosphärenparks und zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Biosphärenparks und Forschungseinrichtungen diskutiert.

Zu diesem hochkarätigen Meeting waren Biosphärenpark-Expertinnen und Experten aus Ghana, Korea, USA, Tschechien, Italien, Spanien, Slowenien und Österreich eingeladen:

Petr Čupa (Vorsitzender des International Advisory Committee for Biosphere Reserves (IACBR) at UNESCO, Biosphärenpark Dolni Morava, Tschechien)

Do-Soon Cho (Catholic University of Korea, Vorsitzender des MAB-Nationalkomitees Korea, Mitglied des IACBR)

Sheila Nana Akua Ashong (MAB-Nationalkomitee Ghana, Mitglied des IACBR)

Ebenezer Appah-Sampong (Environmental Protection Agency Ghana)

Roser Maneja (International UNESCO Centre for Mediterranean Biosphere Reserves, Autonomous University of Barcelona, Spanien)

LeeAnne Bledsoe (Western Kentucky University, Mammoth Cave Area Biosphere Reserve, USA)

Anna Agostini (Punto3, Italien)

Günter Köck (Österreichisches MAB-Nationalkomitee)

Irena Lazar (Dekanin der Faculty of Humanities, University of Primorska, Koper)

Katja Hrobat Virloget (Faculty of Humanities, University of Primorska, Koper)

Vanja Debevec (frühere Vorsitzende des IACBR, Škocjan Caves Park, Slowenien)

Darja Kranjc (Škocjan Caves Park, Slovenien)

Maja Andrič (Forschungszentrum der Slowenischen Akademie der Wissenschaften)

Jasna Fakin Bajec (Forschungszentrum der Slowenischen Akademie der Wissenschaften)

Magdalena Năpăruș-Aljančič (Forschungszentrum der Slowenischen Akademie der Wissenschaften)

 

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Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Experts Meeting in Škocjan (Foto: Škocjan Caves Park)

 

Günter Köck hat in seinem Vortrag unter dem Titel "Cooperation between biosphere reserves and research institutions in Austria" die Situation in den österreichischen Biosphärenparks vorgestellt. Vielbeachtete Best-Practice-Beispiele waren dabei die Tatsache, dass das heimischen Nationalkomitee als weltweit wohl einziges MAB-Nationalkomitee ein eigenes Forschungsbudget besitzt, sowie die Forschungsbörse SCIENCE_LINK. Dies ist eine Kooperation zwischen der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und dem Kärntner Teil des Biosphärenparks „Salzburger Lungau und Kärntner Nockberge“ mit dem Ziel, langfristig eine Brücke zwischen universitärer Forschung und der Lebensrealität in der Biosphärenpark-Region zu schlagen und so den Biosphärenpark bei der innovativen Umsetzung seines Forschungs-, Bildungs-, Schutz-, und Entwicklungsauftrages zu unterstützen.

Ein weiterer wichtiger Programmpunkt des Meetings war die Erarbeitung von möglichen Forschungsthemen für den geplanten und auch vom Österreichischen MAB-Nationalkomitee unterstützten UNESCO Chair „Interpretation and Education for Enhancing Integrated Heritage Approaches”, der in Kooperation mit dem Škocjan Caves Park an der Faculty for Humanities at the University of Promorska (Koper) eingerichtet werden soll. Exkursionen, Treffen mit Stakeholdern aus dem Biosphärenpark sowie ein Besuch der Faculty for Humanities an der University of Promorska (Koper) haben das erfolgreiche Meeting abgerundet.

 

 In den drei österreichischen Biosphärenparks Großes Walsertal, Unteres Murtal und Wienerwald gab es kürzlich Änderungen in der Geschäftsführung.

 

FotoAndreasWeiss

 

 

Biosphärenpark Wienerwald:

Mit 1. Juli 2019 übernahm DI Andreas Weiß die Leitung der Biosphärenpark Wienerwald Management GmbH von Herbert Greisberger, der sich wieder ganz seiner Tätigkeit als Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur Niederösterreich (eNu) widmen wird.

Weiß hat an der BOKU Wien Landschaftsökologie studiert und war über viele Jahre im Regionalmanagement Niederösterreich als Geschäftsführer des Regionalverbandes Industrieviertel tätig. Zuletzt leitete er beim Land NÖ die Verwaltungsbehörde für das EU-Förderprogramm INTERREG Österreich - Tschechische Republik.

Andreas Weiß: "Ich freue mich darauf, gemeinsam mit engagierten Menschen, Gemeinden und Betrieben in der Lebensregion Wienerwald einen positiven Beitrag zur nachhaltigen Regionsentwicklung leisten zu dürfen und den Biosphärenpark Wienerwald im Sinne einer nachhaltigen Modellregion weiter zu entwickeln. Mir ist es ein besonderes Anliegen, hinaus in die Region zu gehen und die Gemeinden und die Bevölkerung rund um den Biosphärenpark stärker in die Aktivitäten einzubinden.“

FotoAndreasBreuss2

Biosphärenpark Unteres Murtal:

Ing. Dr. Andreas Breuss, Agraringenieur, studierte Biologe und langjähriger Natura-2000-Gebietsbetreuer in der Südoststeiermark, wird bis zur Einrichtung eines offiziellen Biosphärenpark-Managements Ansprechpartner und Koordinator für alle nationalen und grenzüberschreitenden Biosphärenpark-Aktivitäten des im Juni 2019 von der UNESCO genehmigten neuen österreichischen Biosphärenparks „Unteres Murtal“ sein. Der geborene Grenzbewohner und „Grenzgänger“ aus Bad Radkersburg spielt auch eine wichtige Rolle bei der Einbindung des österreichischen Biosphärenparks in den geplanten 5 Länder (Slowenien, Kroatien, Ungarn, Serbien, Österreich) übergreifenden Biosphärenpark „Mur-Drau-Donau“.

Andreas Breuss: „Die Phantasie lässt uns davon träumen was entstehen könnte und der Humor damit leben was es wirklich wird (verändert nach A. Camus) – Ich sehe es als Herausforderung – ja Auftrag gemeinsam Phantasien zu entwickeln und mit Humor daran zu arbeiten.“

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Biosphärenpark Großes Walsertal:

Mit 1. April 2019 trat Anna Weber die Nachfolge von Christine Klenovec, die ihre Bildungskarenz wahrnimmt, als Managerin des Biosphärenparks Großes Walsertal an. Davor war Weber fünf Jahre als Biologin beim Vorarlberger Energieunternehmer „illwerke vkw“ beschäftigt.

Anna Weber: „Eine nachhaltige Weiterentwicklung kann nur aus der Gemeinschaft entstehen. Daher liegt mir bei der Entstehung von neuen Vorhaben die Möglichkeit einer Mitbeteiligung der Bevölkerung besonders am Herzen.“

   

Der Begutachtungsprozess der im November 2018 vom Nationalkomitee für das internationale Forschungsprogramm „Man and the Biosphere" durchgeführten Projektausschreibung wurde kürzlich abgeschlossen. Im Rahmen der Ausschreibung, die auf inter-und transdisziplinäre Forschung in und für UNESCO-Biosphärenparks ausgerichtet war, wurden nach einem internationalen Begutachtungsverfahren die vier bestgereihten Projekte mit einem Gesamtfördervolumen von etwa 320.000,- Euro genehmigt.

Die MAB-Nationalkomitees Österreichs und der Schweiz haben vor zwei Jahren eine engere Zusammenarbeit auf dem MAB-Sektor beschlossen. Nach der Ausschreibung 2016 hat sich die Schweiz auch diesmal an der Ausschreibung des österreichischen MAB-Nationalkomitees beteiligt und unterstützt Kooperationsprojekte zwischen österreichischen und schweizerischen Biosphärenparks finanziell. Dank dieser Beteiligung kann das Projekt CRAFT, das eine Kooperation zwischen österreichischen und schweizerischen Forschungseinrichtungen und Biosphärenparks beinhaltet, mit einer zusätzlichen Summe unterstützt werden.

Die neuen Projekte:

  • M.Coy (Universität Innsbruck): Creative approaches for socio-ecological transitions: A comparative study of rural-peripheral biosphere reserves as driver of social innovations (CRAFT)
  • M. Immitzer (Universität für Bodenkultur Wien): Land cover classification and -monitoring of the Austrian biosphere reserves based on satellite data (BRmon)
  • H.-P. Rauch (Universität für Bodenkultur Wien): Nature Based Engineering Solution (NABIS) - Management against Invasive Alien Plants (NABIS)
  • T. Frank (Universität für Bodenkultur Wien): Transforming grasslands to achieve insect diversity restorative goals and human well-being (DivRESTORE)

Am 17. und 18. Juni 2019 fand an der ÖAW im Rahmen der Forschungsinitiative „Earth System Sciences (ESS)“, zu dem auch das MAB-Programm gehört, ein Workshop zu dem Thema „Transdisziplinäre Forschung als Chance für Responsible Science“ statt.

Der vom Internationalen Advisory Board des ESS-Programms und den drei Nationalkomitees „Man and the Biosphere“, „Global Change“ und „Geo/Hydro Sciences“ organisierte Workshop sollte der Verständigung über transdisziplinäre Forschungsstrategien und ihrer Potentiale dienen und war als Unterstützung für die laufenden Projekte im Rahmen des ESS-Programms gedacht. Für die inhaltlich-konzeptionelle und methodische Vorbereitung waren die Sprecherin des ESS Advisory Boards, Ute Stoltenberg (Leuphana Universität Lüneburg), und zwei Mitglieder der Forschungsgruppe Inter-/Transdisziplinarität an der Universität Basel, Rico Defila und Antonietta Di Giulio, gemeinsam verantwortlich.

Bei diesem Workshop, an dem insgesamt 16 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den vom ESS-Programm geförderten Projekten und mehrere Mitglieder der drei Nationalkomitees und des ESS Advisory Boards teilnahmen, standen neben einer grundlegenden Einführung in die besonderen Erfordernisse transdisziplinärer Forschung der Austausch über konkrete Möglichkeiten, wie transdisziplinäre Forschung gelingen kann, im Mittelpunkt. Wichtige Diskussionspunkte waren dabei das Verständnis transdisziplinärer Forschung im Kontext von Nachhaltigkeitsfragen, die Spannungsfelder zwischen Anspruch und Realität sowie der Stand der wissenschaftlichen Diskussion und der Forschungspraxis. Marianne Penker, die stellvertretende Vorsitzende des MAB-Nationalkomitees, gab dabei in ihrem Impulsreferat einen Einblick in die transdisziplinäre Forschung in Österreich.

Mit diesem erfolgreichen Workshop wurden wichtige Impulse für die Förderung einer transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung im Sinnes des ESS-Programmes gesetzt.

 

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Impressionen vom Workshop "Transdiszplinäre Forschung als Chance für Responsible Science" an der ÖAW (Foto: R. Defila, A. Di Giulio)