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© Biophere Reserve Dolni Morava

Der tschechische Biosphärenpark „Dolni Morava“ feierte am 15. November 2018 im Rahmen einer zahlreich besuchten Festveranstaltung in Lednice 15 Jahre Anerkennung durch die UNESCO. Eine Grußadresse des österreichischen Nationalkomitees zum Jubiläum wurde im Rahmen der Veranstaltung verlesen.

 

Zwischen dem Biosphärenpark „Dolni Morava“, dem österreichischen MAB-Nationalkomitee und den heimischen Biosphärenparks besteht eine langjährige Tradition der Zusammenarbeit. So etwa hat das Nationalkomitee im Jahr 2009 ein gemeinsam mit dem Biosphärenpark Wienerwald durchgeführtes Projekt zur Modernisierung der Zonierung des Biosphärenparks Dolni Morava finanziert. Darüberhinaus war das Biosphärenparkmanagement auch Partner in einem ebenfalls vom Nationalkomitee im Jahr 2011 anläßlich des 40 Jahre-Jubiläums des internationalen MAB-Programms finanzierten School Twinning-Projekts von Christian Diry (BP Wienerwald).

 

Das „Dolni Morava"-Management ist vor allem durch die Aktivitäten seines Co-Direktors Petr Čupa, der auch Mitglied im International Advisory Board for Biosphere Reserves des MAB-Programms ist, sehr aktiv in das welttweite Netzwerk der Biosphärenparks eingebunden und hat bezüglich internationaler Kooperation sicherlich eine Vorbildfunktion für viele andere Biosphärenparks der EuroMAB-Regionalgruppe.

 

Informationen zu Dolni Morava (= Untere March):


Die direkt an der Grenze zu Österreich liegende Region ist der einzige nicht staatlich verwaltete Biosphärenpark Tschechiens.

Die Besucher erwartet eine abwechslungsreiche Landschaft mit Kalkstein-Klippen, Karstgebieten und verschiedenen Trockenlandschaften genauso wie Tiefland- Auen oder Feuchtwiesen. Zahlreiche verschiedene Vogelarten sind in diesem Gebiet zu finden, das eines der wichtigsten Brutgebiete und Rastplatz für viele Zugvögel ist.

Der Biosphärenpark beinhaltet zahlreiche nationale und internationale Schutzgebiete: 14 Naturschutzgebiete, 10 Naturdenkmale, 2 Ramsargebiete, 20 Natura 2000 Gebiete und das UNESCO Weltkulturerbe Lednice-Valtice.

Einzigartig ist das UNESCO Weltkulturerbe Lednice-Valtice, das ebenfalls vom Biosphärenparkmanagement verwaltet wird. Mit 200 km2 ist es die größte von Menschen geplante Landschaft in Europa. Unter anderem baute Johann Bernhard Fischer von Erlach für die Herzöge von Liechtenstein klassizistische und neugotische Schlösser. Kernpunkt des Landschaftsensembles bildet das mit neugotischer Pracht ausgestattete Schloss Lednice mit dem 192 Hektar großen Landschaftspark. An genau berechnete Punkte in der Landschaft setzte später Fürst Johann I. klassizistische Bauwerke, die mit ihren harmonischen Formen das Bild der Natur veredeln sollten. Mitten im Wald und auf Wiesen, auf Anhöhen und am Wasser errichtete er Tempel und Schlösschen, Villen und Kolonnaden. Das Wechselspiel zwischen Baukunst, Gartenkultur und freier Natur ist einmaliges Zeugnis herrschaftlicher Landschaftsgestaltung und wirklich sehenswert.

Wichtige Wirtschaftsfaktoren sind Ackerbau, Weinbau, Forstwirtschaft, Fischzucht, und Kleinindustrie. Seit der Ernennung zum Biosphärenreservat spielt auch Tourismus eine immer größere Rolle.

Fakten:

UNESCO Anerkennung: 8. Juli 2003

Fläche: 35.400 ha

Bevölkerung: mehr als 20.000 Menschen

Zonen: Kernzonen 6.604 ha, Pflegezonen 9.000 ha, Entwicklungszone 19.796 ha

Information:

Petr Čupa
Deputy Director, Biosphere Reserve Lower Morava
Narodnich hrdinu 23
69002 Břeclav
Czech Republic

(420) 775685867

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

http://www.dolnimorava.org

 

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 © G. Köck

Das österreichische MAB-Nationalkomitee hat am 15. November 2018 eine neue Ausschreibung für MAB-Forschungsprojekte gestartet. Die Forschungsvorhaben sollen dabei in wissenschaftlich innovativer und integrativer Weise sowohl neue Strategien für nachhaltige Entwicklungen in Biosphärenparks ermöglichen, als auch neue Erkenntnisse zum praktischen Management von Biosphärenparks beitragen.

Die MAB-Nationalkomitees Österreichs und der Schweiz haben vor zwei Jahren eine engere Zusammenarbeit auf dem MAB-Sektor beschlossen. Nach der Ausschreibung 2016 beteiligt sich das MAB-Nationalkomitee der Schweiz auch diesmal an der Ausschreibung des österreichischen MAB-Nationalkomitees und unterstützt Kooperationsprojekte zwischen österreichischen und schweizerischen Biosphärenparks finanziell.

Die Antröge in englischer Sprache können noch bis zum 2. Februar 2019 übermittelt werden, anschließend entscheidet ein internationales Begutachtungsverfahren über die Projektvergabe.

Link zur Ausschreibung:https://www.oeaw.ac.at/ess/

 

 

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© WWF A. Vorauer

Das MAB-Nationalkomitee hat Ende September 2018 den Antrag zur Aufnahme der steirischen Region „Unteres Murtal“ in das weltweite UNESCO-Biosphärenparknetzwerk bei der UNESCO in Paris eingereicht. Damit wurde nicht nur ein Meilenstein für den Schutz und die nachhaltige Entwicklung der Murregion, sondern auch ein wichtiger Schritt in Richtung des zukünftigen fünf Länder umfassenden Biosphärenparks „Mur-Drau Donau“ gesetzt. Die Region „Unteres Murtal“ bildet das zweitgrößte Flussauwaldgebiet Österreichs und würde damit die drei anderen Berggebiet-dominierten heimischen Biosphärenparks „Großes Walsertal“, „Wienerwald“ und „Salzburger Lungau und Kärntner Nockberge“ bestens ergänzen.

Der österreichische Antrag wird nun vom „International Advisory Committee for Biosphere Reserves“ der UNESCO überprüft, das eine Entscheidungsempfehlung an den aus 34 Ländern bestehenden „MAB International Coordinating Council“, dem Entscheidungsgremium des MAB-Programms, abgibt. Die endgültige Entscheidung wird in der 31. Sitzung des MAB-ICC im Juni 2019 in Paris fallen.

Das über 13.000 Hektar umfassende Gebiet teilen sich die vier steirischen Gemeinden Bad Radkersburg, Halbenrain, Mureck und Murfeld. Die Region erhofft sich von einer Biosphärenpark-Auszeichnung neben dem ökologischen Nutzen und dem internationalen Schutz einer der wertvollsten zusammenhängenden Flusslandschaft Mitteleuropas auch wichtige Impulse für die Regionalwirtschaft.

Der vorgeschlagene nationale Biosphärenpark „Unteres Murtal“ ist die fast identische Spiegelung des direkt angrenzenden Biosphärenparks in Slowenien, da die Mur auf einer Länge von fast 40 km die gemeinsame Grenze bildet. Österreich und Slowenien arbeiten in dieser Region im Zuge grenzüberschreitender Projekte und Initiativen in den Bereichen Flussplanung und -forschung, Bildung, Kultur, Ökotourismus und nachhaltige Wirtschaft schon sehr lange und intensiv zusammen.

Mit der Einbringung der steirischen Murauen zwischen Spielfeld und Bad Radkersburg hat die Steiermark zugleich den Grundstein für den Aufbau einer einzigartigen internationalen Initiative, den weltweit ersten fünf Staaten umspannenden Biosphärenpark Mur-Drau-Donau, gelegt. Während Flussgebiete in Ungarn und Kroatien (2012), Serbien (2017) und Slowenien (2018) bereits die Auszeichnung als UNESCO-Biosphärenpark erhalten haben, ist die österreichische Region "Unteres Murtal" nun das letzte Puzzleteil zur Realisierung des 5-Länder-Biosphärenparks. Die Initiative zur Errichtung des ersten globalen Fünf-Länder-Biosphärenparks in Österreich, Slowenien, Kroatien, Ungarn und Serbien begann bereits im Jahr 2011, als die Umweltminister aller fünf Länder ein grenzüberschreitendes Abkommen zum Schutz des 700 Kilometer langen Flusskorridors und seiner etwa eine Million Hektar umfassenden Überschwemmungsgebiete unterzeichneten. In einer Region in der die Folgen der Balkankrise immer noch spürbar sind, ist dieser pentalaterale Biosphärenpark auch als Friedensprojekt zu werten.

 

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Vom 23.- 28. Juli 2018 fand in Palembang auf der indonesischen Insel Sumatra das 30. Meeting des Internationalen Koordinierungsrates des UNESCO-MAB-Programms (MAB International Co-ordinating Council, MAB-ICC) statt. Wichtige Tagesordnungspunkte des aus 34 Ländern bestehende Lenkungsgremium des MAB-Programms, in dem Österreich in Person von Dr. Günter Köck vertreten war, waren u.a. die Implementierung des aktuellen Lima Action Plan 2016-2025, die Entscheidung über neue Biosphärenpark-Anträge sowie die Weiterführung und Umsetzung des seit dem Jahr 2013 laufenden Qualitätsverbesserungsprozess im Weltbiosphärenparknetzwerk.

Der MAB-ICC wurde von einer eintägigen internationalen Biosphärenpark-Konferenz zum Thema „Engaging Stakeholders Towards Community Empowerment” eingeleitet. Bei dieser Konferenz, an der mehr als 400 Personen aus über 50 Ländern teilgenommen haben, wurde vor allem über die Rolle der Stakeholder bezüglich der Nutzung von Ressourcen in Biosphärenparks im Lichte der Agenda 2030 und ihrer Sustainable Development Goals (SDGs) diskutiert. Im Rahmen der Konferenz wurde die sogenannte „Palembang Declaration“, die unter anderem auch ein klares Bekenntnis zur Reduktion der Umweltverschmutzung mit Plastik enthält, verabschiedet.

Österreich war am ICC von Beginn an stark präsent, da der vom MAB-Nationalkomitee finanzierte und von der Edition Lammerhuber produzierte "MAB Biannual Activity Report 2016-2017" gleich am ersten Tag verteilt wurde. Der Direktor des MAB-Sekretariats Miguel Clüsener-Godt hat den Report, der in Kürze auch online gestellt wird, in seinem Bericht vorgestellt und sich bei Österreich dezidiert für die Ko-Finanzierung und die tatkräftige Unterstützung bedankt.

Insgesamt wurden vom MAB-ICC 24 neue Biosphärenparks genehmigt. Dabei wurden erstmals auch Biosphärenparks in Moldawien und Mozambique ausgezeichnet.

Neu genehmigte Biosphärenparks:

  • Arly (Burkina Faso)
  • Huangshan-Berg (China)
  • Chocó Andino de Pichincha (Ecuador)
  • Khangchendzönga (Indien)
  • Berbak-Sembilang (Indonesien)
  • Betung Kerihun Danau Sentarum Kapuas Hulu (Indonesien)
  • Rinjani-Lombok (Indonesien)
  • Kopet Dag (Iran)
  • Monte Peglia (Italien)
  • Valle Camonica – Alto Sebino (Italien)
  • Scharyn (Kasachstan)
  • Zhongar (Kasachstan)
  • Tsimanampesotse – Nosy Ve Androka (Madagaskar)
  • Quirimbas (Mosambik)
  • Maasheggen (Niederlande)
  • Kumgang-Berg (Nordkorea)
  • Unterer Pruth (Republik Moldau)
  • Uralgebirge (Russland)
  • Mur (Slowenien)
  • Ponga (Spanien)
  • Marico (Südafrika)
  • Suncheon (Südkorea)
  • Gombe Masito Ugalla (Tansania)
  • Wadi Wurayah (Vereinigte Arabische Emirate)

Damit besteht das Weltbiosphärenparknetzwerk nunmehr aus 686 Biosphärenparks in 122 Ländern (darunter 20 grenzüberschreitende Biosphärenparks).

Eine für Österreich sehr bedeutsame und erfreuliche Entscheidung war die Genehmigung des slowenischen Biosphärenparks an der Mur. Damit existieren im Bereich des geplanten, aus fünf Ländern (Serbien, Kroatien, Ungarn Slowenien, Österreich) bestehenden grenzüberschreitenden Biosphärenparks im Mur-Drau-Donau-Korridor nunmehr bereits vier Biosphärenparks. Es fehlt damit nur mehr der Beitrag Österreichs zu diesem Großprojekt. Die Arbeiten an der österreichischen Einreichung haben aber kürzlich begonnen.

 

Biosphärenparks sind als „Modellregionen für Nachhaltige Entwicklung“ ideal geeignet, innovative Vorreiter bei der Umsetzung der von der UNO im Jahr 2015 beschlossenen „Agenda 2030“ mit ihren 17 „Sustainable Development Goals (SDGs)“ (globale Nachhaltigkeitsziele) zu sein. Die „Agenda 2030“ bietet nicht nur herausragende Chancen für die Innen- und Außenkommunikation über Nachhaltigkeit, sondern auch die Chance, neue Fördermittel (z.B. über das ESS-Programm der ÖAW) zu akquirieren. Das MAB-Programm der UNESCO hat aus diesem Grund die Aktion “#ProudToShare - Tell the story of your biosphere reserve and get the chance to inspire the world!” ins Leben gerufen.

Dafür wurden alle im weltweiten Netzwerk der Biosphärenparks zusammengefassten Gebiete aufgefordert, nach einem vom MAB-Sekretariat vorgegeben Grob-Layout einen 1-minütigen Film zu produzieren. Dieser Kurzfilm sollte in stark geraffter Form nicht nur die Highlights des Biosphärenparks zeigen, sondern auch die Motivation seiner Bewohner/innen bei der Umsetzung der SDGs präsentieren. Aus den eingereichten Filmen wurden 30 Filme ausgewählt, um auf drei hochkarätigen internationalen Veranstaltungen (ECOSOC, HLPF, MAB-ICC) dem Publikum präsentiert zu werden. Die Kärntner Kollegen vom BP „Salzburger Lungau und Kärtner Nockberge“ haben es als einziger heimischer BP geschafft, trotz der extrem kurzen zur Verfügung stehenden Zeit einen hochqualitativen Film zu produzieren, der von der Jury auch tatsächlich zur Präsentation auf allen drei Meetings ausgewählt wurde.

ECOSOC Science and Technological Forum: Dieses aus Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und dem Sozialsektor sowie UN und EU-Organisationen bestehende internationale Forum traf sich vom 5.-6. Juni 2018 im UNO-Hauptquartier in New York, um über die Kooperation in Wissenschaft, Technologie und Innovation bei der Umsetzung der SDGs zu beraten.

High Level Political Forum (HLPF 2018): Vom 9.-18. Juli 2018 trafen sich die Regierungen der UNO-Mitgliedsländer im UNO-Hauptquartier in New York, um unter dem Thema „Transformation zu nachhaltigen und resilienten Gesellschaften“ über ihre Fortschritte bei der Umsetzung der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele zu berichten.

MAB International Coordinating Council (MAB-ICC): Vom 23.- 28. Juli 2018 findet in Palembang auf der indonesischen Insel Sumatra die 30. Sitzung des Internationalen Koordinierungsrates des UNESCO-MAB-Programms (MAB International Co-ordinating Council, MAB-ICC) statt. Das aus 34 Ländern bestehende Lenkungsgremium des MAB-Programms, in dem Österreich durch Dr. Günter Köck vertreten ist, wird dabei u.a. den seit dem Jahr 2013 laufenden Qualitätsverbesserungsprozess im derzeit aus 669 Gebieten in 120 Ländern bestehenden Weltbiosphärenparknetzwerk fortsetzen. In diesem Meeting werden aber nicht nur die Weichen für die nächsten Jahre des (Arbeits)Programms gestellt, sondern auch neue Biosphärenparks genehmigt.

Mit der Präsentation des Filmes ist den Nockbergen, die bei der internationalen Vernetzung in Österreich eine Vorreiterrolle einnehmen, bezüglich der internationalen Sichtbarkeit und Zusammenarbeit ein großer Erfolg gelungen. Der Beitrag der Nockberge zeigt gemeinsam mit den anderen gezeigten Filmen, wie Biosphärenparks durch das Engagement ihrer Bewohner erfolgreich zur Umsetzung der SDGs beitragen. Alle gezeigten Filme sind im Internet über Youtube downloadbar:

https://www.youtube.com/playlist?list=PLWuYED1WVJIN6mpjwVvqgA04sO2n0P3_t