Vom 27. - 28. Oktober 2020 fand das 32. Meeting des Internationalen Koordinierungsrates des UNESCO-MAB-Programms (MAB International Co-ordinating Council, MAB-ICC) statt. Das Meeting hätte ursprünglich im Juni 2020 in Nigeria stattfinden sollen, musste aber Covid-19-bedingt verschoben werden und wurde nun schließlich als Online-Veranstaltung durchgeführt. Aufgrund der schwierigen Bedingungen musste die Agenda gekürzt und einige Entscheidungen, die eine vertiefte Diskussion erfordert hätten, auf den MAB-ICC 2021 verschoben werden.

Der für viele Länder wohl wichtigste Tagesordnungspunkt des aus 34 Ländern bestehenden Lenkungsgremiums des MAB-Programms, in dem Österreich in Person von Dr. Günter Köck (der kürzlich auch zum Vizevorsitzenden und Rapporteur des MAB Bureau gewählt wurde Link) vertreten ist, war sicherlich die Bekanntgabe der neuen UNECO-Biosphärenparks.

Insgesamt wurden vom MAB-ICC 25 neue Biosphärenparks in das Weltnetzwerk aufgenommen (siehe nachstehende Liste). Dabei wurden erstmals auch Gebiete in Andorra, Kap Verde, Komoren, Luxemburg so wie Trinidad und Tobago ausgezeichnet. Besondere Beachtung verdient sicherlich der aus drei bereits bestehenden nationalen Biosphärenparks formierte, nunmehr grenzüberschreitende Biosphärenpark „Complex W-Arly-Pendjari (WAP)“, den sich die drei westafrikanischen Länder Benin, Burkina Faso und Nigeria teilen. Darüber hinaus sind 4 Länder (Mexiko, Demokratische Republik Kongo, Australien, Bulgarien) dem österreichischen Beispiel von 2014 gefolgt und haben insgesamt 11 Gebiete freiwillig aus dem WNBR zurückgezogen, da sie die erforderlichen Kriterien nicht mehr erfüllen konnten.

Damit besteht das Weltbiosphärenparknetzwerk nunmehr aus 714 Biosphärenparks in 129 Ländern (darunter 21 grenzüberschreitende Biosphärenparks).

Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt war die Vergabe der MAB Young Scientist Awards. Dabei wurden aus insgesamt 46 Einreichungen sechs Preise zu jeweils etwa USD 5000,- an Nachwuchswissenschaftler/innen vergeben (siehe nachstehende Tabelle).

Darüber hinaus wurden die neuen „Technical Guidelines for Biosphere Reserves“ präsentiert und vom ICC genehmigt. Dieses von einer 70 Expertinnen und Experten aus 33 Ländern bestehenden Arbeitsgruppe erstellte und aktuell etwa 115 Seiten umfassende Handbuch, das auch zahlreiche Fallbeispiele beinhaltet, soll den Ländern Hilfestellung bezüglich der Einrichtung und Verwaltung von Biosphärenparks bieten. Erfreulicherweise ist Österreich in diesem Kompendium mehrfach mit Best Practice-Beispielen genannt.

Neue UNESCO Biosphärenparks:

  • Complex W-Arly-Pendjari WAP (Benin, Burkina Faso, Nigeria)
  • Queme Lower Valley (Benin)
  • Gishwati Mukura (Ruanda)
  • Hadejia Nguru Bade (Nigeria)
  • Oban (Nigeria)
  • Okangwo (Nigeria)
  • Fogo (Kap Verde)
  • Maio (Kap Verde)
  • Mwali (Komoren)
  • Asterousia Mountain Range (Griechenland)
  • Minett (Luxemburg)
  • Island of Porto Santo (Portugal)
  • Ordino (Andorra)
  • Bunaken Tangkoko Minahasa (Indonesien)
  • Karimunjawa-Jepara-Muria (Indonesien)
  • Merapi Merbabu Menoreh Indonesien)
  • Favahmulah (Malediven)
  • Addu Atoll (Malediven)
  • Kologrivsky Forest (Russland)
  • Panna (Indien)
  • Almaty (Kasachstan)
  • West Altai (Kasachstan)
  • Toson-Khulstai (Mongolei)
  • Bosques de Neblina – Selva Central (Peru)
  • North-East Tobago (Trinidad und Tobago)

 

MAB Young Scientist Awards:

Radisti Ayu PRAPTIWI Indonesien Understanding the impact of climate change to cultural ecosystem services in tropical marine biosphere reserve Taka Bonerate Kepulauan Selayar
Opeyemi ADEYEMI Nigeria Assessing and mapping communities' preferences for ecosystem services in Omo Biosphere Reserve, Nigeria: an approach to enhance sustainable management of Biosphere Reserve and promote people's livelihood
Babajide Charles FALEMARA Nigeria Economic valuation of tropical tree species and soil carbon sequestration potential as ecosystem services in the context of climate change in the core, buffer and transition zones of Omo biosphere reserve
Sandra DELFIN DE LEON Cuba Farming, propagation and assisted reproduction of stony corals for the study of reef restorsation in Cuba
Laure THIERRY DE VILLE D'AVRAY Philippinen The Influence of artificial reefs on fish communities and their potential socio-economic benefits. A study in Palawan Biosphere Reserve (Philippines)
Iolanda-Veronica GANES Rumänien Designing efficient strategies for the implementation of an ecotourism network in Sfântu Gheorghe Channel area of the Danube Delta Biosphere Reserve