Im Juni 2019 hat die UNESCO die Region „Unteres Murtal“ offiziell zum Biosphärenpark erklärt. Mit der Aufnahme in das aus aktuell aus 701 Modellregionen in 124 Staaten bestehende Weltnetzwerk der UNESCO-Biosphärenparks wurde nicht nur ein wichtiger Beitrag für den Naturschutz gesetzt, sondern gleichzeitig eine großartige Chance für die Bevölkerung der gesamten Region geschaffen.

Am 29. September 2020 hat Miguel Clüsener-Godt, der Direktor der UNESCO Division „Ecological and Earth Sciences“, zu der auch das Forschungsprogramm „Man and the Biosphere (MAB)“ mit seinem Weltbiosphärenparknetzwerk gehört, die UNESCO-Urkunde im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im 10er-Haus in Bad Radkersburg nun an die Bürgermeister der vier Biosphärenpark-Gemeinden Bad Radkersburg, Halbenrain, Mureck und Murfeld übergeben. Bad Radkersburgs Bürgermeister Karl Lautner betonte als Sprecher der Biosphärenpark-Bürgermeister, dass die Urkundenübergabe ursprünglich als großes Volksfest im April geplant war, aber aufgrund der Covid-19-Beschränkungen zunächst verschoben wurde und nun in kleinerem Rahmen stattfinden muss. Unter den mehr als 100 Gästen der vom interimistischen Biosphärenpark-Manager Andreas Breuss moderierten Veranstaltung waren u.a. Gordana Beltram vom slowenischen Umweltministerium, Bürgermeister aus dem slowenischen Partner-Biosphärenpark, Vertreter/innen slowenischer NGOs, Vertreter/innen der Steirischen Landesregierung, Ernst-Peter Brezovszky als Vertreter des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten, Carina Tiefenbacher von der Österreichischen UNESCO-Kommission sowie last but not least die beiden langjährigen Wegbegleiter des Biosphärenparkprozesses Gerhard Schwach als Vertreter des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus und Arno Mohl vom WWF.

Clüsener-Godt gratulierte dem Land Steiermark und dem Österreichischen MAB-Nationalkomitee an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zur Einrichtung dieses Biosphärenparks. Er betonte, dass Österreich damit nicht nur einen vierten Biosphärenpark bekommen, sondern auch das letzte Puzzleteil für den weltweit ersten, aus fünf Staaten (Slowenien, Kroatien, Ungarn, Serbien, Österreich) bestehenden Biosphärenpark im Mur-Drau-Donau-Korridor beigetragen hat.

Günter Köck betonte in seiner Grußadresse als Vertreter des MAB-Nationalkomitees, das den Biosphärenparkprozess seit Jahren begleitet hat, dass die Umsetzung des anspruchsvollen Biosphärenparkkonzepts nur unter intensiver Einbeziehung der Bevölkerung gelingen kann. Er zeigte sich fest davon überzeugt, dass die Region „Unteres Murtal“ nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Weltbiosphärenpark-Netzwerk der UNESCO leisten wird, sondern auch den kommenden 5-Länder-Biosphärenpark aktiv mitgestalten wird.

Am nächsten Tag hatte der UNESCO-Direktor im Rahmen einer von interimistischen Manager des Biosphärenparks, Andreas Breuss geführten Exkursion die Gelegenheit, die Besonderheiten der Region kennenzulernen und Stakeholder zu treffen. Darüber hinaus stand ein Interview mit dem slowenisch-deutschen Kultursender „Radio AGORA“ auf dem Programm.

https://www.unesco.at/presse/artikel/article/unesco-auszeichnung-fuer-den-biosphaerenpark-unteres-murtal

Nach dem Aufenthalt in der Region „Unteres Murtal“ besucht UNESCO-Direktor Clüsener-Godt auch den Kärntner Teil des Biosphärenparks „Salzburger Lungau und Kärntner Nockberge“. Im Rahmen einer hochinteressanten, von Biosphärenpark-Mitarbeiter Heinz Mayer geführten Exkursion konnte sich der UNESCO-Experte ein ausgezeichnetes Bild über die Umsetzung des Biosphärenparkkonzepts in den Nockbergen machen. Highlights der Tour waren unter anderem das Gespräch mit der 80jährigen Sennerin Adelheid von der Heiligenbach Hütte, eine Führung durch das Karlbad, eine Wanderung um den Windebensee, eine Kurzvisite des Biosphärenparks-Büros in Ebene-Reichenau und der Besuch der Molkerei „Kaslabn“.

Clüsener-Godt zeigte sich von der Performance des Nockberge-Managements äußerst angetan und lobte die anhaltenden Bereitschaft zur internationalen Kooperation und zur Mitarbeit im Weltbiosphärenparknetzwerk. Darüber hinaus bezeichnete er die Initiative SCIENCE_LINK als beispielhaft für viele andere Biosphärenparks. Dieses Kooperationsprojekt zwischen der Universität Klagenfurt und dem Nockberge-Management beinhaltet u.a. eine Forschungsbörse und einen Katalog von mehr als 50 im Biosphärenpark in den nächsten Jahren zu lösenden Forschungsfragen und unterstützt auf diese Weise das Biosphärenpark-Management erfolgreich bei seiner Arbeit.

Das Österreichische MAB-Nationalkomitee dankt Miguel Clüsener-Godt für sein Interesse an den österreichischen Biosphärenparks und seine langjährige Unterstützung!

 

BR 1 BR 2

Bild 1: Urkundenverleihung in Bad Radkersburg (v.l.n.r. A. Gangl, G. Schwach, A. Majcan, G. Köck, M. Clüsener-Godt (©: Foto Schleich Bad Radkersburg)

Bild 2: Urkundenverleihung in Bad Radkersburg (©: Foto Schleich Bad Radkersburg)
BR 4 BR 5

Bild 3: M. Clüsener-Godt übergibt die UNESCO-Urkunde an BM Lautner ( ©: Foto Schleich Bad Radkersburg)

Bild 4: M. Clüsener-Godt, A. Vukan, H. Schmidlechner, K. Lautner, D. Tschiggerl, W. Grassl ( ©: Foto Schleich Bad Radkersburg)

BR 6 BR 7a

Bild 5: D. Tschiggerl, W. Grassl, K. Lautner, G. Köck, M. Clüsener-Godt, A. Mohl, G. Schwach, H. Schmidlechner, A. Gangl, P. Brezovsky, G. Beltram ( ©: Foto Schleich Bad Radkersburg)

Bild 6: Exkursion in den Murauen (M. Clüsener-Godt, G. Köck, H. Mayer, A. Breuss (Foto G. Köck)

BR 8  BR 9a
 Bild 7: Exkursion in den Murauen (v.l.n.r. A. Breuss, H. Mayer, M. Clüsener-Godt, G. Köck; Foto: G. Köck)

Bild 8: Interview mit "Radio AGORA (M. Clüsener-Godt, C. Neuhold; Foto G. Köck)


NB 1  NB 2
 Bild 9: Exkursion in den Nockbergen: Clüsener-Godt und seine Frau werden von H. Mayer über die Besonderheiten des Heilbades "Karlbad" informiert (Foto: G. Köck)
 Bild 12: Exkursion in den Nockbergen: Informationen zur Ökologie der Zirbe (Foto G. Köck)
 NB 5  NB 8
 Bild 11: Exkursion in den Nockbergen: H. Mayer informiert den UNESCO-Direktor über die Zonierung des Biosphärenparks (Foto: G. Köck)

Bild 12: M. Clüsener-Godt bei der Kernzone nahe Karlbad (Foto H. Mayer)