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 In den drei österreichischen Biosphärenparks Großes Walsertal, Unteres Murtal und Wienerwald gab es kürzlich Änderungen in der Geschäftsführung.

 

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Biosphärenpark Wienerwald:

Mit 1. Juli 2019 übernahm DI Andreas Weiß die Leitung der Biosphärenpark Wienerwald Management GmbH von Herbert Greisberger, der sich wieder ganz seiner Tätigkeit als Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur Niederösterreich (eNu) widmen wird.

Weiß hat an der BOKU Wien Landschaftsökologie studiert und war über viele Jahre im Regionalmanagement Niederösterreich als Geschäftsführer des Regionalverbandes Industrieviertel tätig. Zuletzt leitete er beim Land NÖ die Verwaltungsbehörde für das EU-Förderprogramm INTERREG Österreich - Tschechische Republik.

Andreas Weiß: "Ich freue mich darauf, gemeinsam mit engagierten Menschen, Gemeinden und Betrieben in der Lebensregion Wienerwald einen positiven Beitrag zur nachhaltigen Regionsentwicklung leisten zu dürfen und den Biosphärenpark Wienerwald im Sinne einer nachhaltigen Modellregion weiter zu entwickeln. Mir ist es ein besonderes Anliegen, hinaus in die Region zu gehen und die Gemeinden und die Bevölkerung rund um den Biosphärenpark stärker in die Aktivitäten einzubinden.“

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Biosphärenpark Unteres Murtal:

Ing. Dr. Andreas Breuss, Agraringenieur, studierte Biologe und langjähriger Natura-2000-Gebietsbetreuer in der Südoststeiermark, wird bis zur Einrichtung eines offiziellen Biosphärenpark-Managements Ansprechpartner und Koordinator für alle nationalen und grenzüberschreitenden Biosphärenpark-Aktivitäten des im Juni 2019 von der UNESCO genehmigten neuen österreichischen Biosphärenparks „Unteres Murtal“ sein. Der geborene Grenzbewohner und „Grenzgänger“ aus Bad Radkersburg spielt auch eine wichtige Rolle bei der Einbindung des österreichischen Biosphärenparks in den geplanten 5 Länder (Slowenien, Kroatien, Ungarn, Serbien, Österreich) übergreifenden Biosphärenpark „Mur-Drau-Donau“.

Andreas Breuss: „Die Phantasie lässt uns davon träumen was entstehen könnte und der Humor damit leben was es wirklich wird (verändert nach A. Camus) – Ich sehe es als Herausforderung – ja Auftrag gemeinsam Phantasien zu entwickeln und mit Humor daran zu arbeiten.“

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Biosphärenpark Großes Walsertal:

Mit 1. April 2019 trat Anna Weber die Nachfolge von Christine Klenovec, die ihre Bildungskarenz wahrnimmt, als Managerin des Biosphärenparks Großes Walsertal an. Davor war Weber fünf Jahre als Biologin beim Vorarlberger Energieunternehmer „illwerke vkw“ beschäftigt.

Anna Weber: „Eine nachhaltige Weiterentwicklung kann nur aus der Gemeinschaft entstehen. Daher liegt mir bei der Entstehung von neuen Vorhaben die Möglichkeit einer Mitbeteiligung der Bevölkerung besonders am Herzen.“

   

Der Begutachtungsprozess der im November 2018 vom Nationalkomitee für das internationale Forschungsprogramm „Man and the Biosphere" durchgeführten Projektausschreibung wurde kürzlich abgeschlossen. Im Rahmen der Ausschreibung, die auf inter-und transdisziplinäre Forschung in und für UNESCO-Biosphärenparks ausgerichtet war, wurden nach einem internationalen Begutachtungsverfahren die vier bestgereihten Projekte mit einem Gesamtfördervolumen von etwa 320.000,- Euro genehmigt.

Die MAB-Nationalkomitees Österreichs und der Schweiz haben vor zwei Jahren eine engere Zusammenarbeit auf dem MAB-Sektor beschlossen. Nach der Ausschreibung 2016 hat sich die Schweiz auch diesmal an der Ausschreibung des österreichischen MAB-Nationalkomitees beteiligt und unterstützt Kooperationsprojekte zwischen österreichischen und schweizerischen Biosphärenparks finanziell. Dank dieser Beteiligung kann das Projekt CRAFT, das eine Kooperation zwischen österreichischen und schweizerischen Forschungseinrichtungen und Biosphärenparks beinhaltet, mit einer zusätzlichen Summe unterstützt werden.

Die neuen Projekte:

  • M.Coy (Universität Innsbruck): Creative approaches for socio-ecological transitions: A comparative study of rural-peripheral biosphere reserves as driver of social innovations (CRAFT)
  • M. Immitzer (Universität für Bodenkultur Wien): Land cover classification and -monitoring of the Austrian biosphere reserves based on satellite data (BRmon)
  • H.-P. Rauch (Universität für Bodenkultur Wien): Nature Based Engineering Solution (NABIS) - Management against Invasive Alien Plants (NABIS)
  • T. Frank (Universität für Bodenkultur Wien): Transforming grasslands to achieve insect diversity restorative goals and human well-being (DivRESTORE)

Am 17. und 18. Juni 2019 fand an der ÖAW im Rahmen der Forschungsinitiative „Earth System Sciences (ESS)“, zu dem auch das MAB-Programm gehört, ein Workshop zu dem Thema „Transdisziplinäre Forschung als Chance für Responsible Science“ statt.

Der vom Internationalen Advisory Board des ESS-Programms und den drei Nationalkomitees „Man and the Biosphere“, „Global Change“ und „Geo/Hydro Sciences“ organisierte Workshop sollte der Verständigung über transdisziplinäre Forschungsstrategien und ihrer Potentiale dienen und war als Unterstützung für die laufenden Projekte im Rahmen des ESS-Programms gedacht. Für die inhaltlich-konzeptionelle und methodische Vorbereitung waren die Sprecherin des ESS Advisory Boards, Ute Stoltenberg (Leuphana Universität Lüneburg), und zwei Mitglieder der Forschungsgruppe Inter-/Transdisziplinarität an der Universität Basel, Rico Defila und Antonietta Di Giulio, gemeinsam verantwortlich.

Bei diesem Workshop, an dem insgesamt 16 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den vom ESS-Programm geförderten Projekten und mehrere Mitglieder der drei Nationalkomitees und des ESS Advisory Boards teilnahmen, standen neben einer grundlegenden Einführung in die besonderen Erfordernisse transdisziplinärer Forschung der Austausch über konkrete Möglichkeiten, wie transdisziplinäre Forschung gelingen kann, im Mittelpunkt. Wichtige Diskussionspunkte waren dabei das Verständnis transdisziplinärer Forschung im Kontext von Nachhaltigkeitsfragen, die Spannungsfelder zwischen Anspruch und Realität sowie der Stand der wissenschaftlichen Diskussion und der Forschungspraxis. Marianne Penker, die stellvertretende Vorsitzende des MAB-Nationalkomitees, gab dabei in ihrem Impulsreferat einen Einblick in die transdisziplinäre Forschung in Österreich.

Mit diesem erfolgreichen Workshop wurden wichtige Impulse für die Förderung einer transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung im Sinnes des ESS-Programmes gesetzt.

 

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Impressionen vom Workshop "Transdiszplinäre Forschung als Chance für Responsible Science" an der ÖAW (Foto: R. Defila, A. Di Giulio)

 

Vom 27. bis 28. Juni fand in Bad Radkersburg die Abschlusskonferenz des Interreg-Projekts „Transboundary Management Programme for the planned 5-country Biosphere Reserve Mura-Drava-Danube“ (COOP MDD) statt. Dabei trafen sich alle Projektpartner/innen und mehr als 100 Vertreter/innen anderer Institutionen, Organisationen und Projekte nicht nur zur abschließenden Projektpräsentation, sondern auch, um die Anerkennung des neuen österreichischen Biosphärenparks „Unteres Murtal“ durch die UNESCO zu feiern.

 

Der neue österreichische UNESCO Biosphärenpark bildet den letzten Baustein für den geplanten 5 Länder (Slowenien, Kroatien, Ungarn, Serbien, Österreich) übergreifenden Biosphärenpark „Mur-Drau-Donau“. Eine große Herausforderung für diesen grenzüberschreitenden Biosphärenpark ist, dass der Schutz und die Erhaltung dieser einzigartigen Flusslandschaft koordiniert und harmonisiert erfolgen muss.

 

Das Projekt COOP MDD, bei dem das Österreichische MAB-Nationalkomitee als Associated Strategic Partner beteiligt war, hatte das Ziel, in Zusammenarbeit mit Stakeholdern aus allen fünf Anrainerstaaten gemeinsame Management-Richtlinien für alle 5 Länder zu erarbeiten. Dieser Richtlinien-Katalog ist ein erster Schritt in Richtung eines harmonisierten Schutzgebietsmanagements und einer gemeinsamen Basis zu Flussmanagement, waldbewirtschaftung, Landwirtschaft, Jagd, Fischerei, Tourismus, Raumplanung und Nachhaltigkeit. Bei etwaigen nationalen Anpassungen von Richtlinien, Gesetzen oder Managementplänen sowie der Entwicklung von Folgeprojekten wollen sich die beteiligten Institutionen an den gemeinsam erstellten Managementrichtlinien orientieren.  

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Workshop des International Coordination Board in Bad Radkersburg (Foto: Günter Köck)

 

Um die lokale Bevölkerung mit ins Boot zu holen, wird unter anderem ein Netzwerk aus „River Schools“ genannten Outdoor-Lernzentren entstehen. Der Fokus liegt auf Bewusstseinsbildung über die Naturschätze des Flussökosystems für Schulklassen, Touristen und lokale Interessensvertreter. Der Wert des „Amazonas Europas“ soll den Menschen vor Ort verdeutlicht und die Akzeptanz der Bevölkerung für den geplanten grenzüberschreitenden 5-Länder Biosphärenpark gestärkt werden.

 

Im Umfeld der COOP MDD-Konferenz wurde auch ein Workshop des International Coordination Board für den 5-Länder-Biosphärenpark durchgeführt, um die Arbeiten an der gemeinsamen Einreichung aller fünf Länder weiterzuführen (siehe Bild).

 

Abgeschlossen wurde die Konferenz mit der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen allen Projektpartnern und den zuständigen Verwaltungsbehörden aller fünf Länder. Die Vereinbarung ist ein Versprechen für eine erfolgreiche Fortsetzung der Arbeit und des Engagements im Mur-Drau-Donau-Raum. Ein weiterführendes Interreg-Projekt, an dem das MAB-Nationalkomitee als Associated Strategic Partner beteiligt sein wird, ist bereits in Planung.

 

 

Vom 17.- 21. Juni 2019 fand in Paris das 31. Meeting des Internationalen Koordinierungsrates des UNESCO-MAB-Programms (MAB International Co-ordinating Council, MAB-ICC) statt.

Der für Österreich wohl wichtigste Tagesordnungspunkt des aus 34 Ländern bestehenden Lenkungsgremiums des MAB-Programms, in dem Österreich in Person von Dr. Günter Köck vertreten war, war die Bekanntgabe der neuen UNECO-Biosphärenparks.

Im Beisein von fünf Vertreterinnen und Vertretern aus der Steiermark sowie der Botschafterin Claudia Reinprecht (siehe Foto) wurde am 19. Juni 2019 der neue österreichische Biosphärenpark „Unteres Murtal“ offiziell in das Weltnetzwerk der UNESCO-Biosphärenparks aufgenommen.

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Von links: Dietmar Tschiggerl, Franz Kortschak, Werner Grassl, Claudia Reinprecht, Günter Köck, Heinrich Schmidlechner, Margreth Kortschak.

Das über 13.000 Hektar umfassende Gebiet teilen sich die Gemeinden Bad Radkersburg, Halbenrain, Mureck, und Murfeld. Die Region erhofft sich von der Biosphärenpark-Auszeichnung neben dem ökologischen Nutzen und dem internationalen Schutz einer der wertvollsten zusammenhängenden Flusslandschaften Europas auch wichtige Impulse für die Regionalwirtschaft.

Mit der Genehmigung des steirischen Biosphärenparks „Unteres Murtal“ hat Österreich nicht nur einen vierten Biosphärenpark bekommen, sondern auch das letzte Puzzleteil für den weltweit ersten, aus fünf Staaten (Slowenien, Kroatien, Ungarn, Serbien, Österreich) bestehenden Biosphärenpark im Mur-Drau-Donau-Korridor beigetragen. Damit wurde der Grundstein sowohl zum Schutz des 700 Kilometer langen Flusskorridors mit seinen etwa eine Million Hektar umfassenden Überschwemmungsgebieten als auch für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der Region gelegt. In einer Region, in der die Folgen der Balkankrise immer noch spürbar sind, ist dieser pentalaterale Biosphärenpark auch als Friedensprojekt zu werten. Die Arbeiten an der gemeinsamen Einreichung, die vom MAB-Nationalkomitee, dem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus und dem WWF ko-finaziert werden, aller fünf Länder haben bereits begonnen und werden aller Voraussicht nach Ende September 2019 abgeschlossen sein.

Insgesamt wurden vom MAB-ICC 18 neue Biosphärenparks genehmigt. Dabei wurden erstmals auch Biosphärenparks in Norwegen und Eswatini ausgezeichnet.

Neu genehmigte UNESCO Biosphärenparks:

  • Lubombo (Eswatini)
  • Isle of Wight (Großbritannien)
  • Saleh-Moyo-Tambora „SAMOTA“ (Indonesien)
  • Togean Tojo Una-Una (Indonesien)
  • Julische Alpen (Italien)
  • Po Grande (Italien)
  • Kobushi (Japan)
  • Nordhordland (Norwegen)
  • Unteres Murtal (Österreich)
  • Roztocze (Polen)
  • Elton-See (Russland)
  • Vindelälven-Juhtatdahka (Schweden)
  • Voxnadalen (Schweden)
  • Alto Turia (Spanien)
  • La Siberia (Spanien)
  • Valle del Cabriel (Spanien)
  • Gangwon Eco-Peace (Südkorea)
  • Yeoncheon Imjin River (Südkorea)

Damit besteht das Weltbiosphärenparknetzwerk nunmehr aus 701 Biosphärenparks in 124 Ländern (darunter 21 grenzüberschreitende Biosphärenparks).